Beim Lesen des Glückwunschschreibens des Bundespräsidenten anläßlich ihres 100. Geburtstages

 

 

Dr. med. Charlotte Hagena wurde als 7. von 10 Kindern in Lunow (bei Angermünde) geboren. Nach der Umsiedlung nach Eisleben verstarb ihre Mutter zu Beginn des 1. Weltkrieges. Mit 12 Jahren musste Charlotte Hagena den Haushalt übernehmen, denn ihre 2 älteren Schwestern heirateten und verließen das Elternhaus. Es begann eine schwere Zeit für das noch junge Mädchen. Ihr Vater, ein Pastor, war mit der Situation überfordert und ließ seine Tochter, Charlotte, mit der Haushaltsführung allein. Hilfe gab es kaum, denn dafür war die Nachkriegszeit von bitterer Armut und Hunger geprägt. Nebenbei bekam sie dennoch Privatunterricht und machte sogar das Abitur.

 

Der Schritt in das eigene Berufsleben
Nachdem alle Geschwister das elterliche Haus verlassen hatten und Charlotte Hagena nicht mehr den Haushalt führen musste, ging sie zunächst nach Berlin, um Krankenpflege zu erlernen. Im Anschluss daran wechselte sie an die Kinderklinik zu Prof. Ibrahim, der seinerzeit einer der bedeutendsten Kinderärzte Deutschlands war. Sie bestand dort die Prüfung zur Kinderkranken- und Säuglingsschwester. Die Teilnahme an einem Wettbewerb unter den Kinderkrankenschwestern Deutschlands brachte ihr ein Stipendium für ein Medizinstudium, das sie kurz vor Kriegsbeginn in Tübingen begann. Nach Ende des 2. Weltkrieges war sie bis zu Ihrer Flucht im russischen Sektor als Durchgangsärztin an der Grenze zum englischen Sektor tätig. Dort musste sie Kriegsgefangenentransporte medizinisch betreuen, was für eine junge Ärztin eine sehr belastende Aufgabe war. Nach der Flucht in den englischen Sektor begann sie ihre Ausbildung zur Fachärztin für Kinder- und Säuglinge an der medizinischen Hochschule in Lübeck. Sie bekam dort aber nur eine Anstellung als unbezahlte Assistenzärztin. Später klagte sie gegen ihren Arbeitgeber, die Stadt Lübeck, auf Zahlung eines Gehalts und gewann den Prozess. Die Nachzahlung der Stadt Lübeck nahm sie, um im Ostseeheilbad Timmendorfer Strand eine Kinderarztpraxis zu gründen, wo sie bis 1976 tätig war. Sie betreute neben ihrer Praxis 3 große Kinderheime. Neben Praxis und Kinderheimbetreuung hat sie häufig schwerkranke undunheilbare Kinder mit Spina Bifida, Muskeldystrophien oder Morbus Down bei sich zu Hause aufgenommen, um ihnen in der noch armen Nachkriegszeit einen Kuraufenthalt zu ermöglichen.

 

Krankheit, die ihr Leben veränderte
Ihre Gesundheit war nach dem 2. Weltkrieg stark angegriffen und so ging es Ende der 50-iger Jahre permanent bergab. Sie entwickelte eine zunehmend schwere Herzinsuffizienz und die Berufsunfähigkeit wurde immer greifbarer. Als ihre Nachbarin, die ebenfalls an einer Herzinsuffizienz litt, von einem Kuraufenthalt in einem Sanatorium in Bad Pyrmont gesund zurückkam und keinerlei Medikamente mehr benötigte, entschloss sich Dr. Charlotte Hagena noch am gleichen Tag, auch dorthin zu fahren. Jetzt hörte sie erstmalig von den sogenannten „Atemtypen. Ihre Ernährung stellte sie um, die Medikamente ließ sie weg und sie erlernte die körperlichen Übungen, die von Erich Wilk entwickelt worden waren. 3 Wochen Aufenthalt genügten ihr, um sich von ihrer Herzinsuffizienz vollständig zu erholen. Diese für sie eklatante Erfahrung hatte sie neugierig gemacht, und sie lud Erich Wilk ein, in ihrer Kinderarztpraxis und den 3 Kinderheimen mitzuwirken. Diese so wirkungsvolle Methode am eigenen Leib erfahren, wollte sie näher kennen lernen und in ihrer Praxis anwenden.

 

Der Weg zur Terlusollogie®

Von 1961 bis 1964 arbeitete sie intensiv mit Erich Wilk zusammen. Sie lernte von ihm die Grundlagen der Atemtypen, die sie später zusammen mit ihrem Sohn, Christian Hagena, in der Terlusollogie® zusammenfasste und weiterentwickelte. Inzwischen war für diese Atemtypenlehre von ihr der Name Terlusollogie®(Terra = Erde, Luna = Mond, Sol = Sonne) entwickelt worden. Hintergrund ist die Betrachtung, dass Sonne und Mond auf die Erde als Mittelpunkt wirken. Die Erfolge waren so frappierend, dass sie von nun an ihre Behandlungsmethoden ganz auf die Thesen von Erich Wilk umstellte. Leider gab es keine Publikationen von Erich Wilk. Das Buch, das er 1949 veröffentlicht hatte, war von ihm unmittelbar nach dem Erscheinen zurückgezogen worden. Es erschien ihm nicht gut genug. So war Dr. Charlotte Hagena gezwungen, sorgfältig eigene Aufzeichnungen zu pflegen. Nach 3 Jahren sehr fruchtbarer Zusammenarbeit, kam es zum Zerwürfnis zwischen Erich Wilk und Dr. Charlotte Hagena. Sie löste die Zusammenarbeit mit ihm auf. Erst nachdem ihr Sohn, Christian Hagena, ihre Aufzeichnungen Ende der 80er Jahre zusammengefasst und zu Papier gebracht hatte, ging sie mit dem im Eigenverlag selbst gedruckten Buch „Welche Kräfte bestimmen unser Leben?“ an die Öffentlichkeit. Dieses Buch war die Vorlage für das darauf folgende Buch „Konstitution und Bipolarität“, das schließlich 1993 im Haug Verlag erschien. Kollegen des Haug Verlags erinnern sich gerne an den ersten Besuch von Dr. Charlotte Hagena, der einen bleibenden Eindruck hinterließ. Eine charismatische Frau betritt den Raum und begrüßt offen und warmherzig lächelnd den Programmleiter. Sie bittet ihn nach nur wenigen Worten der Erklärung, sich auf den Boden zu legen und an ihm ihre neue Methode vorführen zu dürfen. Dr. Charlotte Hagena beginnt mit der Berechnung des Atemtyps. Der Programmleiter ist nicht nur von der begeisterungsfähigen und vor Energie sprudelnden Frau angetan, sondern die Methode und neue Konstitutionslehre „Terlusollogie®“ überzeugt ihn und alle Verlagsmitarbeiter. Er muss nicht lange überlegen und nimmt das Buch in das Verlagsprogramm auf, wo es sich heute noch als eines der Schätze befindet. Frau Dr. Hagena hat seitdem die Mitarbeiter des Haug Verlages immer wieder mit ihrer offenen und überzeugenden Art in ihren angenehmen Bann gezogen.

Als Autorin und Kursleiterin auf Erfolgskurs
Nach dem Erscheinen der ersten beiden Bücher ging der Bekanntheitsgrad schnell bergauf. Immer mehr Menschen – vor allem aus der Musikszene – fragten nach Kursen und Ausbildung in dieser neuen Methode, der Terlusollogie®. So begann sie 1993 gemeinsam mit ihrem Sohn, Kurse in Mannheim anzubieten und ab 1996 auch eine Ausbildung. Bis zu einer schweren Grippe Ende 2004, an der sie fast verstorben wäre, war sie noch mit 94 Jahren an den Kursen und der Ausbildung maßgeblich beteiligt. Körperlich hat sie sich gut von der Grippe erholt und ist nach wie vor sehr vital. Ihr Sohn setzt nun ihre Arbeit allein fort.

Lebenswerk von Dr. Charlotte Hagena – Terlusollogie®
Dank der Terlusollogie® erfreut sie sich noch heute altersentsprechend bester Gesundheit. Neben ihrem lebenslangen Einsatz für viele Kinder arbeitete sie seit den 60-iger Jahren mit der Terlusollogie® und an deren Verbreitung und Weiterentwicklung. Sie erhoffte sich, dass die Terlusollogie® der Medizin segensreiche Impulse geben möge und in sie integriert werden würde. In der Medizin ist dies bisher trotz der großartigen Erfolge leider nicht gelungen. In der Musikszene findet die Terlusollogie® immer mehr Anerkennung. Berufsmusiker verspüren bei Anwendung dieser Methode schnell die positiven Veränderungen, und sind begeistert. Da sich die Terlusollogie® mit den Wirkungen von Sonne und Mond auf die entsprechenden Konstitutionstypen beschäftigt, glauben einige, dass es sich um Esoterik handelt. In manchen Kreisen wird dies als Makel empfunden und deshalb abgelehnt. Die Terlusollogie hat jedoch mit Esoterik nichts zu tun. Im Gegenteil, denn der Atemtyp ist berechenbar. Mit dem Einsetzen der Tätigkeit des Atemzentrums erfolgt eine entsprechende Prägung des Gehirns. Im Laufe der Jahre haben immer mehr Menschen das Gedankengut von Erich Wilk und Dr. Charlotte Hagena verstanden, aufgegriffen und in ihrem Berufsleben umgesetzt. Besondere Akzeptanz der Terlusollogie finden wir in der Musik, Logopädie, Stimmbildung und neuerdings Qigong. Aber auch Heilpraktiker arbeiten nach dieser Methode. Durch ihre eigene Gesundung und den Erfolgen in den Kinderheimen und in ihrer eigenen Praxis gibt es für Dr. Charlotte Hagena keinen Zweifel an der Richtigkeit der Erkenntnisse von Erich Wilk. Dennoch hegte sie als Medizinerin immer die Hoffnung, die Terlusollogie® möge in der Medizin noch mehr Anerkennung finden. Nach 100 Jahren Lebenserfahrung erfreut sich Dr. Charlotte Hagena an den Erfolgen, die sie mit ihrem Lebenswerk feiern kann.